Hühnerhaltung im eigenen Garten

Auch wenn immer mehr Menschen in die großen Städte ziehen, wird die Sehnsucht nach einem ursprünglichen Landleben immer größer. Dies macht sich nicht nur im Einrichtungsstil vieler Stadthäuser und -wohnungen bemerkbar, sondern auch darin, dass immer mehr Menschen den Wunsch hegen, Hühner im Garten zu halten. Sie lieben es, die Tiere beim Picken und Umherflattern zu beobachten. Zudem liefern die gefiederten Gartenbewohner zuverlässig frische Eier, die einfach nur aufgelesen und zubereitet werden müssen. Jedem Selbstversorger geht daher beim Thema Hühnerhaltung das Herz ein Stück auf. Wenn auch Sie sich mit dem Gedanken tragen, Hühner im Garten zu halten, dann sind Sie hier genau richtig. In den folgenden Zeilen geben wir Ihnen die wichtigsten Tipps, was es beim Thema Hühnerhaltung zu beachten gilt.

Hühner artgerecht halten

Damit Sie viel Freude an Ihren Hühnern haben, und diese sich auch bei Ihnen wohlfühlen, ist es wichtig, die Hühner artgerecht zu halten. Immer wieder hört man, dass sich die Tiere nur auf einem Bauernhof wohlfühlen. Dies ist aber nicht richtig. Stimmen die Voraussetzungen im Garten, dann können sie sich auch dort frei entfalten und ein glückliches Hühnerleben führen.

Das benötigt ein glückliches Huhn

Neben ausreichendem und richtigem Futter brauchen Hühner vor allem zwei Dinge: Zu einem einen sicheren Stall zum Schlafen und als Rückzugsort, zum anderen einen entsprechend der Anzahl der Tiere großen Auslauf im Freien.

Der richtige Platzbedarf für die Hühnerhaltung

Um Hühner artgerecht zu halten, muss daher ein angemessenes Platzangebot vorhanden sein oder geschaffen werden. Die benötigte Platzmenge hängt von der Anzahl an Hühnern ab, die gehalten werden sollen. Eine einfache Faustformel besagt, dass man im Stall auf einem Quadratmeter etwa drei Hühner unterbringen kann. Handelt es sich um Zwerghühner, können es auch bis zu fünf Tiere sein. Das ist allerdings nur das Mindestmaß an Platz. Ferner gilt es zu beachten, dass in dem Stall nicht nur die Tiere untergebracht werden müssen, sondern auch noch eine Tränke, ein Sandbad und eine Futterstelle ihren Ort finden müssen. Nicht zuletzt muss noch Platz für die Legenester vorhanden sein. Wichtig zu wissen ist zudem, dass die Hühner des Nachts auf Sitzstrangen schlafen, die in etwa auf einem Meter Höhe angebracht werden müssen. All dies gilt es bei der Auswahl oder der Konzeption des Stalls zu berücksichtigen.

Bedingungen für den Auslauf

Für den Auslauf der Tiere sollten Sie in etwa fünf bis zehn Quadratmeter an Platz kalkulieren. Aber auch hier gilt: Je mehr Auslauf die Tiere haben, desto besser. Wichtig ist dabei auch zu wissen, dass glückliche und gesunde Hühner deutlich mehr Eier als gestresste Tiere legen. Grundsätzlich gilt, dass man den Hühnern ein bestimmtes Territorium zuweisen sollte. Können sie sich im gesamten Garten ausbreiten, dann machen sie auch keinen Halt vor Blumenbeeten oder kommen auch auf die Terrasse. In den Rabatten können sie durchaus Schaden anrichten, über den sich nicht jeder Gartenfreund freut.

Hühner im Garten halten – wie viele Tiere sollte man anschaffen?

Die Beantwortung dieser Frage ist zu einem davon abhängig, wie viel Platz man den Hühnern zukommen lassen kann. Zum anderem sollte man sich vor dem Kauf der Tiere auch überlegen, zu welchem Zweck man sie halten möchte. Sollen sie nur Eier für die eigene Familie liefern, oder möchte man auch die Nachbarschaft und Freunde versorgen? Wer regelmäßig für eine vierköpfige Familie Eier benötigt, der muss sich dafür zwischen vier und sechs Hühnern anschaffen. Wer sich mehr Eier wünscht, der muss entsprechend der gewünschten Menge die Anzahl an Tieren erhöhen.

Achtung Fressfeinde!

Ganz wichtig ist, die Tiere vor eventuellen Fressfeinden zu schützen. Zu den häufigsten Tieren, die den Hühnern zusetzen, gehören der Fuchs, der Dachs und der Marder. Gerade wer im ländlichen Bereich wohnt – insbesondere wenn der Garten an ein Feld oder an einen Wald angrenzt – muss damit rechnen, dass solche Fressfeinde auftauchen. Unter Umständen kann es aber auch ein Hund sein, der ein Huhn reißt oder eine Katze, die mit einem Küken spielt und dieses dabei tötet. Gefahr droht auch aus der Luft: So betrachten gerne mal Habichte und andere Raubvögel Hühner als ihre Beute.

Sicherheitsvorkehrungen bei der Hühnerhaltung treffen

Daher ist es wichtig, die Hühner vor diesen Fressfeinden zu schützen. Die Sicherheitsvorkehrungen müssen vor allem beim Stall und beim Zaun für das Auslaufgehege getroffen werden. Gibt es kein eigenes Gehege, gilt es die Umzäunung des gesamten Gartens sicher zu gestalten.
Wichtig ist es daher, auf einen Stall zu setzen, der aus robusten Materialien besteht. Zudem sollte der Stall verschließbar sein. Daher sollte der Hühnerhalter jeden Abend, nachdem die Hühner den schützenden Stall aufgesucht haben, diesen sorgsam verriegeln. Für das Auslaufgehege gilt, dass dieses umzäunt ist, und die Umzäunung auch weit in die Erde hineinreichen sollte. Daher sollte die Umzäunung in den Boden mindestens 30 Zentimeter tief hineingehen, noch besser ist ein halber Meter. Nach oben hin sollte die Umzäunung eine Höhe von mindesten 1,80 Meter haben, wobei das obere Ende im besten Fall nach außen abgeknickt ist. Noch sicherer ist eine Umzäunung, die auch die Dachseite bedeckt, um so die Greifvögel fernzuhalten. Wichtig ist, dass für die Maschen der Umzäunung ein verzinkter Draht verwendet wurde, damit dieser nicht durchgebissen werden kann. Ferner sollten die Maschen nicht zu groß sein, sodass sich ein Marder oder Dachs durch diese nicht hindurchzwängen kann.

Weitere Abschreckung

Eine wirksame Methode, sich einen Fuchs aus dem Garten fernzuhalten, ist ferner auch der Besitz eines Hundes.

Vorbereitungen vor dem Hühnerkauf

Bevor die eigentlichen Hühner angeschafft werden, sollten der Auslauf und der Stall bereits errichtet sowie ausreichend Futter angeschafft worden sein. Der Stall sollte mit Legenestern, einer Futterstelle und auch den Sitzstangen ausgestattet sein. Ferner muss es eine Tränke mit einem dazugehörigen Wasserspeicher geben. Eine offene Trinkwasserschale ist keine so gute Lösung, weil es bei dieser vor allem im Sommer zu hygienischen Problemen kommen kann. Nicht zuletzt ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Hühnerstall mit einer ausreichenden Lüftung ausgestattet ist. Gerade in den kalten Monaten bringen die Hühner über ihre Federn viel Feuchtigkeit in das Innere des Stalls, die abziehen muss. Ansonsten würden sich zu viele Ammoniakgase im Stall bilden, aber auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann schon alleine zu Atemwegserkrankungen bei den Tieren führen.

Hühnerhaltung im Wohngebiet

Eine viel gestellte Frage zum Thema Hühnerhaltung ist, ob man die Tiere in einem Wohngebiet halten darf. Grundsätzlich ist eine Hühnerhaltung im Wohngebiet nicht verboten, denn Hühner gelten laut Baunutzungsverordnung als Kleintiere und können ohne eine spezielle Genehmigung gehalten werden. Allerdings gilt das sogenannte Gebot der Rücksichtnahme, und bei diesem Punkt kann es etwas komplizierter werden. Im Zweifelsfall sollte man daher in jedem Fall mit der zuständigen Kommune Kontakt aufnehmen, um sich dort über die örtlichen Bestimmungen zu informieren. Je nach Wohnort können diese nämlich variieren, und machen eine Hühnerhaltung im Wohngebiet unterschiedlich einfach oder schwer. Ferner sollten Sie bevor Sie mit dem Hühner im Garten halten beginnen, unbedingt mit Ihren Nachbarn über das geplante Vorhaben sprechen.

Hühnerhaltung ohne Hahn

Der häufigste Streitpunkt bei diesem Thema ist zumeist die Anschaffung eines Hahns, weil dieser die Eigenart besitzt, laut zu krähen. Und das gerne früh am Tag in der Morgendämmerung. Viele Menschen fühlen sich häufig durch die Hahnenschreie belästigt, und nicht selten haben Gerichte zu ihren Gunsten entschieden. Von daher gilt es vor der Anschaffung eines Hahns ganz besonderes Augenmerk auf dieses Thema zu legen. Die Frage ist dann oft, ob eine Hühnerhaltung ohne Hahn ebenfalls möglich ist. Auch hier lautet die Antwort: Ja. Allerdings bringt eine Hühnerhaltung ohne Hahn ein paar Nachteile mit sich. Die Tiere können ohne einen männlichen Vertreter in ihrem Sozialverhalten nicht das gesamte natürliche Spektrum abdecken. So begleitet der Hahn die Hühner zum Nest, bewacht die Eiablage, lockt die Tiere zum Futter, und es lässt sich auch kein Balzverhalten im Garten beobachten. Die gute Nachricht ist allerdings, dass Hühner auch ohne Hahn Eier legen.

Ein überschaubarer Pflegeaufwand

Hühner im Garten halten ist grundsätzlich nicht schwer. Stehen Stall und Gehege und sind die Tiere angeschafft, bedarf es nur noch eines überschaubaren Pflegeaufwandes. Wichtig ist dabei vor allem, die Tiere regelmäßig mit Futter und Wasser zu versorgen. Ferner gilt es in regelmäßigen Abständen, Stall und Gehege zu säubern, und gelegentlich ist im Krankheitsfall ein Besuch beim Tierarzt angezeigt. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die Hühnerhaltung vom Aufwand und von den Kosten in einem überschaubaren Rahmen bleibt, und dass man sich künftig den Eierkauf sparen oder mit diesen sogar noch ein paar Euros verdienen kann.

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